Facebook in Serie

eproi/ Mai 9, 2017/ IT-Kommentare/ 0Kommentare

Wie das Magazin t3n berichet, will Facebook noch im Jahr 2017 mit dem Angebot eigener Serien und Sendungen die eigene Webpräsenz bereichern. In Deutschland gab es gerade eine andere Bereicherung im Bereich TV: DVB-T2. Ob Facebook an dieser technischen Neuerung vorbeiziehen kann? Eins ist damit aber sicher: Deutschland steuert zu auf digitales Fernsehen. Dabei gibt es seit über 50 Jahren Fernsehen – jedoch nicht immer so digitalisiert. Ein kurzer Abriss über die deutsche Fernsehlandschaft.

Wie man in Deutschland fern sehen kann…

Klassischerweise denkt man bei Fernsehen zunächst an einen großen viereckigen Kasten, bestenfalls mit einer Antenne ausgerüstet, die – sobald ein Millimeter verrückt – schon keinen idealen Empfang mehr liefert. Dem gegenüber stehen Möglichkeiten wie Satelliten-TV oder Fernsehen über Kabelanbieter. Soweit so gut.

Am Anfang gab es zwei

Oder besser so zweit so gut. Denn mit dieser beschriebenen Methodik waren es am Anfang ganze 2 öffentlich-rechtliche Sender, die für eine gewisse Information und manchmal auch etwas Unterhaltungswert sorgten. Spartenprogramme ergänzten mit der Zeit diese „Programmvielfalt“. Wobei hier noch zu klären wäre, ob der Begriff „Spartenprogramm“ eher ein Schreibfehler war und es eigentlich eher Spatenprogramm – also abgeleitet vom guten alten Klappspaten – heißen müsste. Oder ob es doch eher dem Wort „spartanisch“ entlehnt wurde. In jedem Fall ist sich ein gewisser Teil der Bevölkerung einig, dass die sogenannten Spartenprogramme was Informations- und Unterhaltungswert angeht vielleicht doch eher am unteren Ende der Bewertungsskala angesiedelt werden müssten.

Entwicklung in den 80ern

Daher gibt es auch seit Anfang der 80er Jahre ein sich stetig erweiterndes sogenanntes „Privatfernsehen“ – wenn die Sender auch bisher so frei empfangbar waren, dass auch ein öffentliches Ansehen durchaus möglich war. Es gibt dann natürlich noch eine Art „privates Privatfernsehen“ – oftmals auch Pay-TV genannt – was nur verschlüsselt daherkam und somit also ohne entsprechende Decoder überhaupt nicht nutzbar war.

Unterteilen kann man auch monetär

Demzufolge waren auch die Finanzierungen weitestgehend unterschiedlich: Pay-TV war eben mit Bezahlen vor dem Gucken, Öffentlich-Rechtliches sollte ursprünglich werbefrei dafür aber gebührenfinanziert sein und die „Privatsender“ freuten sich über Werbeeinnahmen in unterschiedlicher Höhe. Dies führt natürlich zu sehr unterschiedlich planbaren Marktsituationen: Wer weiß – schließlich schon welche Sendung wie bei den Zielgruppen ankommt – oder auch nicht!? Zugleich erscheint es natürlich ungerecht, dass die Privatsender zwar Privatsender heißen, aber dennoch ganz öffentlich empfangbar sein sollen.

Youtube & Co.: Das Internet macht noch viel mehr möglich

Hinzu kommen ja zudem auch noch die verschiedenen Online-Streams wie Netflix, Amazon oder wie immer die Angebote alle heißen. Natürlich haben auch fast alle deutschen TV-Sender inzwischen erkannt und nachgelegt und bieten über entsprechende Webseiten zumindest einen Teil bzw. zumindest zeitweise die Inhalte ihres TV-Programmes als Stream an. Nicht zu verwechseln sind diese Angebote mit den Inhalten von Youtube und Co: Auf Youtube – so jedenfalls die offizielle Intention – soll jeder seine selbstgemachten Videos der weltweiten Community präsentieren können. Natürlich nutzen auch etliche Firmen inzwischen Youtube, um entsprechende Firmen- und Produktpräsentationen abzulegen. Einerseits, weil so eventuell Menschen auf die Inhalte stoßen, die nicht auf die eigene Webseite kommen, andererseits „spart“ es natürlich auch eigenen Traffic, wenn man die Videos nicht selbst hosten, sondern nur einbinden muss. Ganz zu schweigen davon, dass man für das Einbinden weniger Technik anwenden muss. Für mehr Informationen zu diesem Thema:.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

In diesem ganzen Wirrwarr an Möglichkeiten müssen wohl auch sowohl die Politik als auch die Wirtschaft erkannt haben, dass gerade den Privatsendern eine ungeheure Ungerechtigkeit widerfährt. Deswegen hat man mit der Einführung des DVB-T2 Standards auch gleich darauf geachtet, dass diese Sender nunmehr auch nur noch verschlüsselt übertragen werden und zur Entschlüsselung ein entsprechender Decoder benötigt wird. Und um den Verbraucher jetzt nicht noch zu erschlagen mit verschiedenen Anbietern und Ver- bzw. Entschlüsselungsvarianten, hat man die Rechte dazu bei genau einer Unternehmung konzentriert.

Deutschland TV-Landschaft seit Ende März 2017

Es gibt in Deutschland also nunmehr Öffentlich-rechtliches, gebühren- und werbungsfinanziertes Fernsehen, (verschlüsseltes) Privatfernsehen ebenfalls werbefinanziert und mit einer gewissen „Entschlüsselungspauschale“ belegt (eine Gebühr darf man es rechtlich nicht nennen, denn es wird ja nicht von einer Behörde und nicht durch entsprechende staatlich-hoheitliche Erlasse eingefordert) und Pay-TV, das zumeist werbefrei aber extrem entgeltfinanziert läuft. Trotzdem und ungeachtet der Tatsache, dass DVB-T2 mit HD Inhalten daherkommt, lässt auch diese technische „Innovation“ ein großes Problem nicht: Als Fernsehzuschauer bin ich zeitlich immer noch gebunden an den Moment, wo die Sendung ausgestrahlt wird. Ob wohl gerade deswegen Streamingdienste immer populärer werden?

Und in Zukunft…

Tja und dann kommt eben noch Facebook irgendwann im Laufe dieses Jahres dazu und möchte vermutlich von diesem Kuchen auch noch ein Stück abhaben. Das tolle an dieser Sache wird vermutlich sein, dass Facebook seinen Usern auf Basis der Likes und Shares genau die Sendungen anbieten wird, die von Stil und Content her den eigenen Vorlieben entsprechen. Angereichert wird dies dann vermutlich entweder durch Werbeeinblendungen oder entsprechenden Werbungen links/rechts in den Seitenbereichen. Und natürlich kann man das dann gleich noch liken und sharen und somit die Zielgruppe noch genauer erreichen. Hoffentlich sind dann nicht irgendwelche Inhalte dabei, wo die eigene Freundesliste dann aufgeschreckt wird: „Nein, dass du solche Streifen siehst, hätte ich von dir ja nicht erwartet!“.

Hinterlasse eine Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*